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"Sechzig Jahre bedeuten, dass mehrere Generationen von Landwirten mit unseren Produkten aufgewachsen sind."

Big Dutchman Südafrika wird 60!

  • Big Dutchman feiert: Alistair Rawstorne (li.) und Bernd Meerpohl (Aufsichtsratsvorsitzender) bei der Eröffnung des neuen Bürogebäudes in Johannesburg 2025.
    Big Dutchman feiert: Alistair Rawstorne (li.) und Bernd Meerpohl (Aufsichtsratsvorsitzender) bei der Eröffnung des neuen Bürogebäudes in Johannesburg 2025.

Sechs Jahrzehnte Big Dutchman Südafrika: Alles begann 1966 mit einem 12-köpfigen Team und einem kleinen Büro in einem Vorort Johannesburgs. Heute unterstützen mehr als 50 Kolleginnen und Kollegen von „Joburg“ aus insgesamt zwölf Länder in Subsahara-Afrika – von Angola bis Simbabwe. In dieser Region leben rund 1,3 Milliarden Menschen. Bis 2050 wird die Bevölkerung auf mehr als 2,3 Milliarden anwachsen.

Gemeinsam mit Alistair Rawstorne, Geschäftsführer von Big Dutchman Südafrika, werfen wir einen genaueren Blick auf die 60-jährige Geschichte der ersten BD-Auslandsniederlassung und die strategische Bedeutung unseres „Herzens in Afrika“. 

Alistair: Es bringt mich zum Nachdenken darüber, wie wenig Unternehmen tatsächlich so lange bestehen. Sechzig Jahre bedeuten, dass mehrere Generationen von Landwirten mit unseren Produkten aufgewachsen sind. Wir arbeiten heute mit Kunden zusammen, deren Väter und Großväter bereits bei Big Dutchman gekauft haben. Dieses Vertrauen haben wir uns erarbeitet – mit jeder Lieferung, jeder Installation und jedem ehrlichen Gespräch.

Für mich persönlich ist das Jubiläum eine Erinnerung daran, dass es hier nicht um einzelne Personen geht. Ich bin Teil eines Unternehmens, das viele Menschen lange vor meiner Zeit aufgebaut haben – und viele von ihnen erleben diesen Meilenstein leider nicht mehr. Das Jubiläum gehört ihnen genauso wie allen, die heute in diesem Gebäude arbeiten. Für mich bedeutet es vor allem Verantwortung: Ich möchte den hohen Standard bewahren, den sie gesetzt haben, und das Unternehmen für die nächste Generation stärker hinterlassen, als ich es vorgefunden habe.

Alistair: Der erste Meilenstein war natürlich das Jahr 1966: Die älteste internationale Tochtergesellschaft der Big Dutchman Gruppe zu sein, ist etwas Besonderes. Es zeigt, dass jemand schon sehr früh auf diesen Teil der Welt blickte und erkannte, dass er wichtig war. Diese Entscheidung prägte alles, was danach kam.

Der Aufbau einer eigenen Präsenz vor Ort war der nächste wichtige Schritt. Wir waren dadurch nicht mehr nur als Importeur tätig, sondern konnten Lagerbestände vorhalten, Anlagen warten und ans Telefon gehen, wenn ein Landwirt um vier Uhr morgens ein Problem hatte. So entwickelten wir uns von einem Lieferanten zu einem Partner.

Auch der Ausbau unserer Fähigkeiten im Bereich Technik und Installation hier in Südafrika hat uns verändert.

Die Ausweitung unseres Geschäfts auf die gesamte Region war ein weiterer Wendepunkt. Heute sind wir in zwölf Ländern Subsahara-Afrikas aktiv. Diese Reichweite aufzubauen, hat viele Jahre geduldiger Arbeit erfordert.

Der jüngste Meilenstein ist unser neuer Hauptsitz im modernen Industrie- und Logistikpark Gosforth Park, vor den Toren Johannesburgs. Nach einer sehr langen Zeit im Vorort Edenvale sind wir 2024 umgezogen. Der bisherige Standort hatte uns gute Dienste geleistet, aber wir waren ihm entwachsen. Der neue Standort verfügt über 9.000 Quadratmeter, ein richtiges Logistikzentrum, offene Büros und ausreichend Platz, um Kunden so zu empfangen, wie wir es uns wünschen. Bei der offiziellen Eröffnung waren mehr als 200 Gäste dabei. Das sagte viel darüber aus, welchen Stellenwert die Gruppe diesem Markt beimisst. Es ging nicht nur um ein größeres Gebäude. Es war ein klares Zeichen für unsere Zukunftsambitionen. Dank des richtigen Zeitpunkts konnten wir so mit viel Rückenwind in unser 60. Jahr starten.

Alistair: Zum Teil ist es die Geschichte. Durch sechs Jahrzehnte Erfahrung haben wir uns Wissen aufgebaut, das man sich nicht erkaufen kann.
Vor allem aber ist es der Markt selbst. Unsere Kunden reichen von großen kommerziellen Integratoren bis hin zu Landwirten, die nur wenige Ställe betreiben. Sie sind über Regionen verteilt, in denen Infrastruktur und Logistik nicht selbstverständlich sind. Das zwingt uns, praktisch zu denken. Man kann kein System verkaufen und sich anschließend einfach zurückziehen.

Die Landwirtschaft hier ist seit jeher von einer besonderen Widerstandskraft geprägt. Von den ersten Pionieren, die ihre Farmen im Bushveld aufgebaut haben, bis zu den Landwirten, die sich heute den aktuellen Herausforderungen stellen: Das Sprichwort „Ein Bauer findet immer eine Lösung“ war nie relevanter als heute.

Die Zusammenarbeit mit solchen Menschen lehrt uns viel. Wir wissen, wie man Weltklasse-Technologie unter realen Bedingungen zum Einsatz bringt. Dieses Wissen lässt sich auch gut auf andere Schwellenländer übertragen.

Alistair: Sie sind – ehrlich gesagt – der wichtigste Teil von allem. Anlagen können kopiert werden. Preise können angepasst werden. Was sich nicht kopieren lässt, ist ein Team, das den Betrieb des Kunden kennt, sich an das letzte Gespräch erinnert und kurzfristig in einen Pick-up steigt, wenn etwas schiefgelaufen ist, und zum Kunden düst.

Wir haben hier Mitarbeitende, die den größten Teil ihrer beruflichen Laufbahn bei uns verbracht haben und nach denen die Landwirte gezielt fragen. Diese Kontinuität ist mehr wert als jeder Produktkatalog.

Auch der Umzug in den Gosforth Park war in dieser Hinsicht wichtig. Modernere Räumlichkeiten, eine bessere Ausstattung, kürzere Wege zwischen den Abteilungen und ein Gebäude, in das das Team Kunden gerne mitnimmt. Auch durch ein attraktives Umfeld zeigen wir unseren Mitarbeitenden, dass wir sie wertschätzen – das motiviert.

Meine Aufgabe besteht hauptsächlich darin, sicherzustellen, dass das Team alles bekommt, was es braucht und ihm dann nicht im Weg zu stehen.

Alistair: Afrikas Bedarf an tierischem Eiweiß entwickelt sich eindeutig in eine Richtung: nach oben. Die Farmen, die heute gebaut werden, sind größer, stärker automatisiert und datenbasierter als alles, was wir vor 20 Jahren gesehen haben. Das spielt uns in die Hände.

Wir sind bereits in zwölf Ländern präsent. Unsere Chance besteht daher weniger darin, neue Märkte zu erschließen, sondern vielmehr darin, gemeinsam mit unseren bestehenden Kunden zu wachsen, wenn diese ihre Betriebe ausbauen. Der neue Standort bietet uns die notwendige Grundlage, um dies professionell umzusetzen.

Darüber hinaus liegen große Chancen in der Effizienzsteigerung der Betriebe. Sensoren, Klimacomputer und Farm-Management-Software ermöglichen es Landwirten, Probleme zu erkennen, bevor Verluste entstehen.

Auch die Umwandlung von landwirtschaftlichen Nebenprodukten in zusätzliche Einnahmequellen bietet großes Potenzial.

Landwirtschaft ist etwas sehr Persönliches und wird über Generationen weitergegeben. Unsere Aufgabe besteht darin, dafür zu sorgen, dass die nächste Generation etwas übernimmt, das besser funktioniert als das, was zuvor da war.

Innovation schafft Erfolg – und ich bin überzeugt, dass die nächsten 60 Jahre dies bestätigen werden.


Unsere Kolleginnen und Kollegen in Johannesburg feiern gemeinsam 60 Jahre BD Südafrika

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