Ausgezeichnete Forschung & Entwicklung
Big Dutchman erhält Forschungssiegel vom Bund
In weniger als zehn Minuten zieht der Scanner seine Bahn einmal den Futtertrog entlang. Dann blinkt eine „0“ auf dem Bildschirm: keine Auffälligkeiten. Es ist der erste Praxistest des laserbasierten Tier-Scanners „Vitality Monitoring System“ (VIM). In diesem Fall schaut er, ob alle Legehennen auf der Seng Choon Farm im Norden von Singapur wohlauf sind. Der VIM ist eines von insgesamt elf Forschungsprojekten, für das Big Dutchman jetzt vom Bundesministerium für Forschung und Entwicklung ausgezeichnet wurde.
Das ist gleich doppelt Grund zur Freude: Zum einen unterstreicht das Siegel die Qualität der Forschung und Entwicklung (F&E) des Stalleinrichters, zum anderen erhält das Unternehmen eine finanzielle Förderung.
Grundsätzlich hat jedes Unternehmen mit Steuersitz in Deutschland einen Rechtsanspruch auf finanzielle Unterstützung, wenn es forscht und entwickelt. Um diese zu erhalten, ist jedoch Geduld und viel Papierkram vonnöten.
Rund zweieinhalb Jahre haben sich Dr. Alexander Stärk, Alexander Neumann und Dr. Ernesto Morales Kluge vom Business Development gemeinsam mit Geschäftsführer Christian Blümlein in das Thema eingearbeitet, den umfangreichen Kriterienkatalog studiert und die geforderten Daten und Dokumente zusammengetragen.
Nun wurde ihre Arbeit von Erfolg gekrönt: Das Bundesministerium hat die Big Dutchman-Forschung der Jahre 2021 bis 2023 offiziell als förderwürdig erklärt und mit einem Siegel für die Arbeit im Bereich F&E belohnt!
„Ein großer Dank geht an Alexander Neumann, Alexander Stärk und Ernesto Kluge, aber auch an die Kolleginnen und Kollegen der Forschungsteams. Ihre sauber dokumentierte Arbeit war maßgeblich dafür, dass wir das Siegel erhalten und uns nun über einen Forschungszuschuss freuen können“, sagt Christian Blümlein.
Neben VIM, dem laserbasierten Tierscanner, sind aus den elf Forschungsprojekten auch die mobile Sortierwaage Heidy sowie Xaletto, das zukunftsorientierte Strohstallkonzept für die Ferkelaufzucht und -Mast hervorgegangen.
Nicht jedes Forschungsprojekt führt natürlich am Ende zu einem neuen Produkt. Die Option zu scheitern bzw. eine Idee zu verwerfen, gehört beim Forschen und Entwickeln zum Berufsrisiko.
Wie entsteht eigentlich ein F&E-Projekt?
„Das Business Development holt den Kundenwunsch ins Haus“, sagt Alexander. „Im nächsten Schritt prüft unser Engineering, wie das neue Produkt aussehen könnte. Erweist es sich als umsetzbar, geht es in die Konstruktion.”
Eines hätten aktuell fast alle Kundenwünsche gemein: „Jeder will einen hohen Stand an Automatisierung erreichen, um manuelle Arbeit zu ersetzen und Daten zu erheben, mit denen Betriebe effizienter gemanagt werden können“, sagt Alexander.
Das ist auch die Hoffnung der Seng Choon Farm in Singapur, die aktuell den VIM-Prototypen für den Futterwagen testen darf. Auf dem Großbetrieb mit 800.000 Hennen muss der Farm-Manager noch regelmäßig selbst seine Häuser ablaufen, um die Ställe zu kontrollieren. VIM erledigt diesen Job in wenigen Minuten, viermal am Tag. „Wenn ein Huhn nach vier Scans seine Position nicht verändert hat, liegt die Vermutung nahe, dass etwas nicht in Ordnung ist – dann schlägt VIM Alarm“, erklärt Alexander.
Die Installation des Prototyps gemeinsam mit den Kollegen aus Malaysia hat schon einmal reibungslos funktioniert. “Der Wissenstransfer in die Regionen ist zentral für die breitere Markteinführung”, betont Alexander. Nun müssen noch letzte „Software-Bugs“ beseitigt werden. Im letzten Schritt erfolgt dann der Datentransfer in die Cloud von BigFarmNet – die Datenpakete liefern dem Farmmanagement wertvolle Erkenntnisse und können zum Beispiel für Mortalitätsstudien genutzt werden.

